EDIFACT

EDI und der Standard EDIFACT ist vielen ein Begriff. Es werden damit Handelsdaten oder Daten sich wiederholender Vorgänge für den Austausch und die direkte Verarbeitung in Computern aufbereitet und verarbeitet. Bei sich ständig wiederholenden Geschäftsvorgängen wie z.B. Rechnungen, Bestellungen oder Lieferscheinbearbeitungen ist es ein sehr effizientes kostensparendes Verfahren.

Kein Wunder, daß sich auch die Deutsche Telekom AG schon vor Jahren überlegt hat, ihre bei vielen Firmen und Verwaltungen in großen Mengen anfallenden Telefonrechnungen über dieses Verfahren abzuwickeln. Mit Unterstützung der GLI Gesellschaft für Logistik und Informationssysteme mbH hatte sie daher schon vor einigen Jahren eine EDIFACT-Message für die Verrechnung von Telekom-Leistungen entwickelt und eingeführt. Das Verfahren bekam den Namen ELFE (ELektronische Fernmelderechnung, heute ELektronische Telekomrechnung, Format EDIFACT).

Durch die Kenntnis des Nachrichteninhalts der ELFE, deren Struktur sich nicht wie sonst bei EDIFACT von Branche zu Branche bzw. Subset zu Subset ändert, sondern konstant bleibt, war es möglich, sehr ausgefeilte Nachverarbeitungs- und Auswertesoftware zu entwickeln. Derartige Softwarepakete konnten durch die Berücksichtigung der unterschiedlichsten Kundenwünsche mit der Zeit zu multifunktionellen Programmen mit Statistiken, Buchungskontrollen usw. weiterentwickelt werden, die fast keinen Kundenwunsch mehr offen lassen.

Die ELFE ist heute eines der erfolgreichsten EDIFACT-Anwendungen überhaupt. Einige hundert Firmen und Verwaltungen nutzen dieses Verfahren und nicht wenige hatten dabei ein Return of Investment von nur wenigen Wochen.

Es ist nun wiederum kein Wunder, daß auch die übrigen Anbieter von Telekommunikationsleistungen, die im Rahmen der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes hinzustoßen, den Wunsch hegten, dieses Verfahren auch für ihre Leistungen in gleicher Weise zu nutzen und dann die Abrechnungen wenn möglich mit der selben Nachverarbeitungssoftware machen zu lassen. Basis sollte der EDIFACT-Standard sein.

Man entwickelte also und ließ entwickeln, doch die Ergebnisse waren aufgrund unterschiedlichen Kenntnisstandes über den EDIFACT-Standard und die verwendete Nachrichtenstruktur ebenfalls leider sehr unterschiedlich. Auf jeden Fall konnten sie nicht in einer einzigen Software berücksichtigt werden.

Da die Kunden wiederum kein Interesse an der Beschaffung und Nutzung mehrerer Softwarepakete haben, war hier eine Lösung des Problems gefragt.

Im Frühjahr 1996 trafen sich daher die meisten betroffenen Dienstleister auf "neutralem Boden" bei der GLI in München, einem Softwarehaus, welches sowohl den EDIFACT-Standard als auch die ELFE mitentwickelt hat und entsprechende ELFE-Nachverarbeitungssoftware anbietet, zu einem Meinungs- und Erfahrungsaustausch.

Man sah ein, daß, obgleich die meisten betroffenen Telekommunikationsunternehmen zueinander im Wettbewerb stehen, hier ein gemeinsamer Weg gefunden und gegangen werden muß. Man muß sich abstimmen über den Nachrichteninhalt, über einheitliche Termine bei Releasewechseln, über neue Nachrichteninhalte, über Kommunikationsaspekte usw..


2. Seite


drucken